Alle 365 Geschichten
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Bereit zum Lesen
Der Mann mit der Laterne
Ein alter Mann geht jede Nacht mit einer Laterne durch die Stadt und sucht nach etwas, das niemand sehen kann.
Der Mann, der den Wind kaufen wollte
Ein Händler will den Wind kaufen, aber er lernt, dass nicht alles einen Besitzer hat.
Die Tür im Felsen
Mira und Tovin suchen eine Tür im Felsen und finden etwas, das keine einfache Antwort gibt.
Die Karte ohne Turm
Mira findet eine alte Karte der Stadt. Auf der Karte fehlt etwas, das nicht fehlen sollte.
Das Kind mit der schweren Stimme
Auf dem Markt spricht ein Kind wie ein Richter. Aron fragt sich, warum die Menschen ihm so schnell glauben.
Der Kratzer
Tovin will beweisen, dass jeder das Zeichen im Felsen machen kann. Doch sein eigener Kreis wird nicht so rund wie der alte.
Das Wasser im Eimer
Mira holt Wasser und sieht den Turm im Eimer. Sie merkt, dass die Erwachsenen das Bild lieber ausgießen.
Ein ehrlicher Preis
Aron versucht, eine Schale ehrlich zu verkaufen, obwohl große Worte ihm mehr Geld bringen würden.
Regen
Im Regen geht Mira wieder mit dem Laternenmann und sieht am nassen Turm eine kleine runde Form aus Wasser.
Zwei Zeichen
Mira und Tovin legen die Karte und das Zeichen im Felsen nebeneinander und erkennen dasselbe Zeichen in zwei Formen.
Wer hat recht?
Zwei Händler streiten um einen Platz. Die Leute wollen, dass Aron entscheidet, weil er so sicher klingt.
Was ist im Turm?
Mira will eine klare Antwort über den Turm. Sie fragt den Schmied, doch er sagt zu schnell, dort sei nichts.
In welche Richtung?
Tovin glaubt, ein Zeichen muss in eine Richtung zeigen. Er steht am Felsen und sieht der Linie nach – bis zum Turm.
Die anderen Karten
Mira sucht in Großvaters Truhe nach den anderen Karten. Fast alle haben einen leeren Kreis – nur eine ist in der Mitte ganz leer.
Warum die Wahrheit teuer ist
Aron fragt die alte Frau, warum ihn die Ehrlichkeit einen Verkauf gekostet hat. Sie antwortet mit einer Frage.
Man hört das Brot
Mira hilft der Bäckerin und lernt, dass man am Klang hört, ob das Brot gut ist – ein ehrlicher Klang, anders als eine laute Stimme.
Der tiefe Brunnen
Mira und Tovin suchen den tiefen Brunnen, der nie leer wird. Sie finden ihn zugedeckt – und ein Mann wird nervös.
Tovins Tante
Tovin will seiner Tante beweisen, dass das Zeichen alt und nutzlos ist. Doch sie sagt etwas und hält dann mitten im Satz an.
Der Weg des Lichts
Mira sieht nachts aus dem Fenster und merkt sich den Weg des Laternenmanns. Eine Nacht kommt sein Licht nicht.
Sieh an den Rand
Mira geht wieder mit dem Laternenmann. Er zeigt ihr eine Regel des Sehens, und sie sieht einen Mann, der nachts vom Turm wegsieht.
Der gleiche Vogel?
Mira will wissen, ob der schwarze Vogel immer derselbe ist. Sie merkt, dass er oft dort ist, wo auch das Zeichen und der Turm sind.
Aron soll etwas sagen
Ein Mann will Aron bezahlen, damit Aron auf dem Markt sagt, seine Ware sei die beste. Aron lernt, dass auch seine Stimme nicht zu kaufen ist.
Frag den Turm
Mira fragt die alte Frau über den Turm. Die Frau sieht nicht weg wie die anderen, aber sie gibt keine Antwort – nur eine neue Frage.
Der Schatten des Turms
Tovin will den Turm bei einem Fehler erwischen. Er misst den Schatten – doch der Turm wirft einen ganz normalen Schatten.
Das Netz und die Löcher
Mira hilft dem Fischer, sein Netz zu flicken, und lernt, dass ein Netz wegen seiner Löcher fängt – das Leere gehört dazu.
Die tiefe Stimme
Kinder spielen auf dem Markt und einer gewinnt jeden Streit mit tiefer Stimme. Aron und Mira sehen, wie die Stadt das Falsche lernt.
Großvaters Hände
Mira bittet die Mutter, von Großvater zu erzählen. Die Mutter erzählt warm – bis Mira nach den Karten und dem Turm fragt.
Der Fluss nimmt alles mit
Mira sitzt auf der alten Brücke und lässt ein Blatt schwimmen. Der Fluss nimmt alles mit zum Meer – nur der Turm bleibt.
Am Fuß des Turms
Mira geht am Tag allein zum Turm und sucht eine Tür. Sie findet keine – aber sie merkt, dass niemand sonst nah herangeht.
Da ist etwas
Der Laternenmann führt Mira nachts an den Fuß des Turms und zeigt ihr eine Stelle, die hohl klingt. Es gibt etwas darin – aber noch nicht.
Tovin will es selbst hören
Mira erzählt Tovin endlich von dem hohlen Stein am Turm. Tovin glaubt es nicht – aber er will es mit eigenen Händen hören.
Tovins Beweis
Tovin klopft selbst an den Fuß des Turms, gegen den leeren Kreis, den die ganze Stadt freilässt. Der Stein klingt hohl – und Tovin verliert seine Wette.
Preis und Urteil
Seit der Richter krank ist, fehlt der Stadt ein Urteil. Aron fragt die alte Frau, ob ein guter Händler richten kann – und lernt den Unterschied zwischen einem Preis und einem Urteil.
Was ein Versprechen wiegt
Mira verspricht der Frau mit den Ziegen, jeden Tag eine Ziege zu füttern. Sie hält ihr Wort – und lernt, dass ein Versprechen eine unsichtbare Spur hinterlässt.
Niemand geht zum tiefen Brunnen
Mira will zurück zum tiefen Brunnen. Ihre Mutter weigert sich mitzukommen, und der alte Wächter verrät fast etwas – dann hält er inne.
Tovin zeichnet die Stadt
Tovin zeichnet eine eigene Karte von Messelweg, um zu prüfen, ob er den Turm vergisst. Beim sorgfältigen Zeichnen gelingt es – bei der schnellen Skizze fehlt der Turm.
Das Spiegelbild im Wasser
Mira prüft, ob die Erwachsenen immer gleich reagieren, wenn sie den Turm im Wasser sehen. Sie kann es jedes Mal vorhersagen – und merkt, dass die Leute es selbst nicht merken.
Der junge Händler
Ein junger Händler verkauft mit lauter, sicherer Stimme – genau wie Aron früher. Als er einen Kunden täuscht, muss Aron wählen: laut gewinnen oder leise die Wahrheit sagen.
Die Erlaubnis
Mira bittet ihren Vater, die alten Karten aus Großvaters Truhe mitnehmen zu dürfen. Der Vater erlaubt es ungern – und zeigt, dass die Karten auch ihn nicht in Ruhe lassen.
Die gleiche Lücke
Tovin untersucht alle fünf Karten genau. Die leere Stelle ist überall gleich groß und am gleichen Ort – kein Fehler, sondern Absicht. Jemand hat den Turm mit Plan weggelassen.
Was das Papier nicht weiß
Mira erzählt der alten Frau, dass der Turm mit Absicht von den Karten fehlt. Die Frau erklärt nichts – aber sie schickt Mira vom Papier zu den Menschen.
Das Fest auf dem Platz
Beim großen Marktfest tanzt die ganze Stadt fröhlich um den Platz. Mira merkt: Alle drehen sich nach außen, und niemand tanzt zur Mitte – zum Turm.
Das Zeichen oben
Tovin will von seiner Tante wissen, wo das Zeichen „oben“ ist. Sie weicht aus, aber ein Blick verrät, dass es hoch am Turm sein muss – unerreichbar.
Wo man nicht pflastert
Mira hilft den Steinmetzen, den Platz auszubessern. Sie merkt, dass die Männer einen Ring um den Turm frei lassen – nach einer Regel, die keiner erklären kann.
Das Wort als Wegweiser
Mira und Tovin prüfen, was passiert, wenn man das Wort „Turm“ laut sagt. Die Leute nennen ihn als Wegmarke – aber reden nie über ihn. Man darf ihn nennen, nicht besprechen.
Die Laterne tragen
Auf einem Nachtgang lässt der Laternenmann Mira ein Stück weit die Laterne tragen. Er erklärt ihr, warum er den Dingen nicht zu früh einen Namen gibt.
Die zwei Zeichen
Mira und Tovin legen die zwei Formen des Zeichens nebeneinander: den Kreis mit dem Punkt am Felsen und den leeren Kreis von der Karte. Sie fragen sich, was der leere Kreis sagt.
Nur ein Kreis
Bevor Mira das Zeichen einem Erwachsenen zeigt, prüfen sie und Tovin, ob das Papier allein harmlos ist. Kindern sagt der leere Kreis nichts – er ist nur eine Form.
Was der Vater weiß
Mira erzählt ihrem Vater zum ersten Mal, was sie und Tovin herausgefunden haben. Er ist ehrlich, aber besorgt, und er erzählt ihr etwas über den Großvater.
Das Zucken
Mira zeigt der Bäckerin den leeren Kreis. Die Form allein ist harmlos. Doch als Mira laut sagt, was in die Mitte gehört, zuckt die Frau zusammen – ganz von allein.
Die Wunde, die keiner sieht
Mira erzählt dem Laternenmann von der Bäckerin und dem Zucken. Er bestätigt, dass das Benennen wehtut, und erklärt ihr, was eigentlich die Wunde ist.
Was unten bleiben soll
Mira denkt an die Worte des Laternenmanns und an den tiefen Brunnen. Sie bittet ihre Mutter, sie dorthin zu bringen. Die Mutter weigert sich – mit Angst in der Stimme.
Der kleine Zeichner
Mira hält ihr Versprechen und malt mit dem kleinen Jungen vom Brunnen. Er zeichnet einen Kreis und setzt – ganz selbstverständlich – etwas in die Mitte.
Wissen oder schonen
Tovin will den Versuch wiederholen, um sicher zu sein. Mira will niemanden verletzen. Sie streiten und finden am Ende den sanftesten Weg, die Regel zu prüfen.
Großvaters Stift
Der Vater gibt Mira den Stift des Großvaters und zeigt ihr ein altes Blatt: einen Kreis, in den der Großvater einen Punkt zurückgesetzt hat – der einzige seiner Art.
Bei Tag und bei Nacht
Mira sitzt bei der alten Frau. Ohne eine Antwort zu geben, zeigt diese ihr den Unterschied: Im Dunkeln flüstert man eine Wahrheit, bei Tag muss man sie aushalten.
Der Satz ohne Honig
Aron, der mit seiner Stimme alles verkaufen kann, erklärt Mira den einen Satz, den er nie verkaufen konnte: eine schlichte Wahrheit, gesagt ohne Honig.
Der erste Versuch bei Tag
Mira sagt zum ersten Mal bei hellem Tag schlicht „Da steht ein Turm“. Die Wirkung ist da, aber so klein, dass Mira und Tovin streiten, ob sie überhaupt echt war.
Alles andere darf man sagen
Mira prüft den harmlosen Vergleich: Sie benennt bei Tag ganz gewöhnliche Dinge. Die Leute bleiben ruhig, ja froh. Nur ein einziger Ort macht eine Ausnahme.
Das Muster im Licht
Bei Tag sagt Mira vielen Menschen schlicht „Da steht ein Turm“. Immer dieselbe kleine Unruhe, immer beim selben Satz. Aus dem fast Nichts wird ein Muster.
Die Lieder, die keiner erklärt
Nach dem schweren Versuch sucht Mira einen Weg, der niemandem wehtut. Sie merkt: Die Menschen singen alte Reime, die sie nicht erklären können – und das Singen tut nicht weh.
Der Reim der Bäckerin
In der Backstube singt die Bäckerin einen Arbeitsreim. Fast jede Zeile ist eine kluge Regel – nur eine versteht sie selbst nicht mehr und tut sie doch jeden Tag.
Tovin schreibt es auf
Tovin macht aus dem Zuhören eine Arbeit: Er sammelt die alten Reime der Stadt, schreibt jedes Wort auf und sortiert die Zeilen, die keiner erklären kann.
Das Wiegenlied
Miras Mutter singt ein altes Wiegenlied. Eine Strophe aber kann sie nur summen: Die Worte sind verloren – sie starben mit dem Großvater, der sie als Einziger kannte.
Die Stelle, wo man klatscht
Kinder spielen ein Klatschspiel. An zwei Stellen sagt keiner ein Wort – dort klatscht man. Mira merkt: Genau dort, wo eine Antwort fehlt, klatschen alle.
Die alte Frau summt
Mira summt der alten Frau die verlorene Strophe vor. Ganz von selbst summt die Frau weiter – weiter, als die Mutter je konnte. Dann hält sie mitten im Ton inne.
Der älteste Marktruf
Aron kennt die alten Marktrufe wie kein Zweiter. Doch einer, der älteste, hat eine Zeile, die selbst er nicht versteht: „Kommt zum Rand“ – obwohl heute alle in der Mitte verkaufen.
Immer dieselbe Lücke
Tovin legt alle Fassungen des langen Liedes nebeneinander. Fast jede Zeile ist anders – nur an einer Stelle brechen alle ab, genau an derselben. Die Lücke ist überall gleich.
Großvater hat es gesungen
Mira summt ihrem Vater das lange Lied vor. Er erkennt es sofort: Großvater hat es gesungen, öfter als jeder andere – und an der Lücke wurde er jedes Mal still und traurig.
Das Lied ohne Turm
Tovin setzt das ganze Lied zusammen. Es ist ein Weg durch die Stadt, Ort für Ort – und die Lücke fällt genau dorthin, wo der Turm steht. Das Lied lässt ihn aus, wie die Karte.
Vier Arten zu vergessen
Mira erzählt dem Laternenmann vom Lied. Er hört zu und sagt: Eine Karte ist tot, ein Lied lebt. Was lebt, kann ein verlorenes Wort noch zurücktragen.
Wer kennt das ganze Lied?
Mira und Tovin suchen die Ältesten der Stadt. Sie brauchen nur einen, der das Wort noch weiß. Eine uralte Frau kommt näher als alle – doch das Wort selbst bleibt ihr fern.
Ein Zettel in der Truhe
Mira durchsucht Großvaters Truhe nach dem Lied. Sie findet einen Zettel in seiner Schrift – das Lied, aufgeschrieben. Doch an der Lücke steht kein Wort, nur sein Zeichen: ein Kreis mit einem Punkt.
Was Großvater gefragt hat
Der Vater erzählt endlich von Großvater: wie er zu viel fragte, wie er nachts fortging, und wie der Vater ihn einmal zum Schweigen brachte – und es bis heute bereut.
Das Kind singt weiter
Ein kleines Kind singt das Lied und hat noch nicht gelernt, die Lücke zu überspringen. Es füllt sie mit einem Wort – zu leise und verwischt, um es zu fassen. Die Großen bringen es rasch zum Schweigen.